Was ist Finanzplanung?

Obwohl wir Finanzentscheidungen bewusst oder zum Teil auch unbewusst wiederholt jeden Tag treffen, bleibt im Alltag oft nicht die Zeit, den Gesamtüberblick über die Summe dieser Entscheidungen zu behalten. Hier setzt die Finanzplanung mit einem systematischen Vorgehen an. Finanzplanung ist eine hochwertige, komplexe und wenig verbreitete Art der Dienstleistung, bei der Deine individuelle Situation mit den aktuellen und künftigen Zahlungsströmen analysiert wird. 

In einem ersten Schritt werden Deine Ziele und Deine finanzielle, persönliche und familiäre Ausgangssituation erfasst (Status Quo). Da dies ein sehr umfangreiches Projekt sein kann, werden oftmals auch Teilbereiche (z.B. Berufsunfähigkeit, Private Altersvorsorge) nacheinander beleuchtet. So wirst Du nicht mit Informationen überfordert und Deine finanzielle Situation wird Schritt für Schritt von unterschiedlichen Seiten ganzheitlich betrachtet.

Wie läuft eine Finanzplanung üblicherweise ab?

  • Erstgespräch – Kennenlernen und Besprechung der Vorgehensweise
  • Auftragsvergabe / Honorarvereinbarung
  • Datenaufnahme
  • Analyse und Planung
  • Dokumentation und Präsentation
  • Optimierung / Beratung / Umsetzung 
  • Follow-up mit einer regelmäßigen Aktualisierung und Kontrolle (optional)

Finanzplanung ist nicht einfach eine Analyse Deiner Situation, es ist ein Prozess. Wenn Du es als reine Dienstleistung Deines Finanzplaners betrachtest, wird Dir der Bezug zu den Ergebnissen fehlen. Entscheidend ist Deine Beteiligung an dem Prozess Deines aktuellen Status Quo und auch der späteren Optimierung. Es ist nicht die Finanzplanung Deines Finanzplaners; es ist Deine Finanzplanung. Sie ist individuell auf Dich zugeschnitten und deshalb so wertvoll. Sie kann auf eine veränderte Situation flexibel angepasst werden. Eine Projektion auf 10 Jahre und länger ist ein wertvolles Werkzeug, um Dir zu zeigen, welche Entwicklungen durch langfristige Planung möglich sind. Der Überblick über die Finanzen hilft dabei, mit der Unsicherheit zu planen und kann durch Szenarien verschiedene Entwicklungen simulieren. Gleichzeitig gibt es Variablen, die nicht planbar sind, z.B.:  

  • Wie entwickelt sich Dein Einkommen? Wie entwickeln sich Deine Ausgaben?
  • Wie entwickelt sich die Kosten Deines persönlichen Warenkorbes und Deiner Gesundheitsversorgung?
  • Wie entwickelt sich Deine Gesundheit im aktiven Berufsleben und im Ruhestand?
  • Wie lange bist Du gezwungen zu arbeiten bzw. ab wann bist Du von einem beruflichen Einkommen nicht mehr abhängig?

Was ist das Ziel der Finanzplanung?

Das Ziel der Finanzplanung ist das Erreichen eines finanziellen Gleichgewichtes. Das bedeutet: Durch die finanzwirtschaftliche Planung und Strukturierung von Einnahmen und Ausgaben wird die ständige persönliche Zahlungsfähigkeit sichergestellt.

 

 

Die Ermittlung Deines Status Quo beginnt damit, dass wir uns gemeinsam einen Überblick über Deine aktuelle finanzielle Situation verschaffen. Es geht darum, folgende Fragen zu verstehen und zu beantworten:

  • Wie hoch sind Deine Einnahmen und Ausgaben?
  • Hast du einen Notgroschen aufgebaut?
  • Welche Vermögenswerte gibt es?
  • Welche Schulden hast Du? In welcher Höhe? (Ursprung, Kosten, Zinsbindung, Kapitaldienst, Besicherung)
  • Wie hoch ist Dein Nettovermögen?
  • Welche existenzbedrohenden Ereignisse und Risiken könnte es für Dich und Deine Familie geben?
  • Welche Versorgungsansprüche bestehen im Alter?
  • Wieviel Kapital steht Dir im Ruhestand zur Verfügung? Soll dieses Kapital durch regelmäßige Einnahmen verbraucht werden oder erhalten bleiben?
  • Wie wirken sich Inflation und steigende Lebenshaltungskosten aus?
  • Wie wirken sich verschiedene Szenarien (z.B. der Kauf einer Ferienimmobilie) auf Deine Planung aus?
  • Wie stehen die Chancen, Deinen Lebensstandard zu halten und ein finanziell sorgenfreies Leben zu führen? 

Für die Berechnung der Sparquote gibt es zwei unterschiedliche Herangehensweisen. Nach veralteter, klassischer (nach wie vor jedoch vorherrschender) Methodik ermittelt man diese anhand der Daten und investiert möglichst langfristig – soweit nicht noch Kredite bestehen, die damit zurückgezahlt werden können. Kapital soll dabei bis zum Ruhestand vermehrt oder zumindest erhalten und unnötige Risiken vermieden werden.

Die moderne Denkweise hingegen sieht das Ziel umgekehrt: In der optimalen Verteilung von Ausgaben über die Lebensdauer. Dabei wird eine Sparquote durch die Ziele (z.B. geplanter Eintritt in das Ruhestandsalter) definiert und mit der Definition dieser Ziele kann dann eine Budgetplanung durchgeführt werden. Wem dies zu theoretisch klingt, dem kann Warren Buffett, einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, weiterhelfen: „Sparen ist nicht das, was nach dem Ausgeben übrig bleibt. Ausgaben sind das, was nach dem Sparen übrig bleibt.“

Hast Du einmal verstanden, wo Du stehst, fällt es Dir viel leichter herauszufinden, welchen Weg Du zu Deinen Zielen gehen willst. 

Beim Thema Absicherungen geht es aus meiner Sicht in der Finanzplanung um existenzielle(!) Risiken. Bei der Berufsunfähigkeit sollte man daher schon ein wenig genauer hinschauen. Deine Arbeitskraft, also was Du zur Erzielung Deiner Einkünfte benötigst -sei es in der Selbständigkeit oder im Angestelltenverhältnis- zählt in der Regel dazu. Denn ohne Arbeitskraft erzeugst Du wahrscheinlich keine Einkünfte. So kann sich eine  Absicherung Deiner Arbeitskraft je nach Lebensalter und dem, was Du bereits erreicht hast, lohnen. 

Ein weiteres Risiko, welches es abzubilden gilt, ist das Langlebigkeitsrisiko. In der Ruhestandsplanung wird dies durch die Restlebenserwartung ausgedrückt. Dieses „Risiko der Langlebigkeit“ wirkt sich stärker aus, wenn Du einen Inflationsschutz in Deinen Kapitalanlagen nicht berücksichtigst. Das ist insbesondere bei Ablaufleistungen von Lebens- und Rentenversicherungen oder Kontoguthaben der Fall. 

 

 

Menschen, die vorsorgen, leben länger; das lässt sich statistisch nachweisen.
Darüber hinaus findet bei der Versicherung der „Langlebigkeit“ eine positive Risikoselektion statt: Menschen, die aufgrund ihrer Lebensführung (Ernährung, Bewegung, Alkohol- o. Zigarettenkonsum) oder auch aufgrund des ausgeübten Berufes voraussichtlich nicht so alt werden, verzichten tendenziell eher auf die
Absicherung des „Langlebigkeitsrisikos“ oder können es sich gar nicht leisten. Menschen mit gesunder Lebensführung und einer hohen Lebenserwartung sind dagegen eher geneigt, auch dieses Risiko absichern zu wollen und besitzen in der Regel die finanziellen Mittel dafür.

Warum fällt es so schwer, langfristig für die Zukunft zu planen, selbst wenn unser Verstand uns sagt, dass dies ein gutes Investment ist? Es ist einfach: Wir haben meist keinen Bezug zu der Person, die wir in 20, 30 oder 40 Jahren sein werden. Sie erscheint uns wie ein Fremder. Hier kann es hilfreich sein, sich die eigene Lebenssituation konkret vorzustellen. Wie möchtest Du leben? Wie wird Dein idealer Tag oder Deine ideale Woche aussehen? 

Wenn Du Dich für diese Fragen interessierst, schau gerne in mein Beratungskonzept, lass Dich inspirieren und frage Dich, was in Deinem Leben im Mittelpunkt stehen soll. 

Wann fängst Du an, für Deine Zukunft zu planen?